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Palliativmedizin

Linderung für Schwerstkranke

Fast 80 % aller Schwerstkranken möchten bis zu ihrem Lebensende zu Hause versorgt werden. Tatsächlich stirbt jedoch 80 % der Bevölkerung in einem Krankenhaus, weil plötzlich beunruhigende Symptome oder Notfälle auftreten können.

Durch die stationäre Behandlung entstehen aber nicht nur Kosten. Vor allem bleibt der oft letzte und vielleicht wichtigste Wunsch des Patienten unerfüllt.

Die Versorgung Schwerstkranker ist für Angehörige, behandelnde Ärzte und alle anderen Bezugspersonen eine Herausforderung. Es kann sehr beunruhigend sein, wenn der Kranke viel an Gewicht abnimmt, kaum noch trinkt, die Atmung röchelnd wird oder Ängste entstehen. Manchmal kommt es zu Notfällen, akuter Luftnot oder Verwirrtheit. Oft sind auch starke Schmerzen ein Problem. So wird aus Sorge und einem Gefühl von Hilflosigkeit oft ein Notarzt gerufen und eine Krankenhausaufnahme veranlasst, die der Kranke selbst eigentlich nicht gewünscht hätte.

Dabei können die meisten dieser Beschwerden und Notfälle durchaus zu Hause behandelt werden. Das RPL - Regionales Praxisnetz Leverkusen e.V. hat daher im Jahr 2004 mit der Pronova BKK ein Projekt gestartet, um noch mehr Schwerstkranken ein würdevolles und friedliches Sterben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Seit 2004 arbeitet in unserem Praxisnetz ein Arbeitskreis Palliativmedizin. Die Ärzte des Arbeitskreises stehen beratend zur Verfügung und sind Ansprechpartner für den Hausarzt und alle anderen Beteiligten. Auf Wunsch sind gemeinsame Hausbesuche oder eine begleitende Betreuung mit dem vorbehandelnden Arzt zusammen möglich.

Zusätzliche Unterstützung besteht durch eine Kooperationsvereinbarung mit mehreren palliativmedizinisch erfahrenen Pflegediensten (Palliative Care), die eine 24-stündige Bereitschaft sicherstellen, und durch Kontakte zu Selbsthilfegruppen, dem Hospiz (www.hospiz-leverkusen.de) und den Krankenhausabteilungen.

Eine Behandlungsübernahme durch den spezialisierten Palliativmediziner oder eine Verdrängung des behandelnden Arztes wird nicht angestrebt.

Das Projekt ist so erfolgreich, dass es in Köln bereits kopiert wird. Zusätzliche Krankenkassen (AOK, IKK, Betriebskrankenkassen u. a.) werden folgen.

Weitere Informationen zum Thema Palliativmedizin finden Sie auch auf der Seite des Ambulanten Palliativzentrums Leverkusen unter www.apz-lev.de oder auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin unter www.dgpalliativmedizin.de.